Zum Inhalt

das kulturelle Überformat

Dossier

dossier: Clint Eastwood – Die Filme

Regiearbeiten – 17 aus 29

29 Spielfilme hat Clint Eastwood seit 1971 als Regisseur realisiert. Hier die Liste aller von ihm realisierten Filme. Die empfohlenen Werke sind mit einem * gekennzeichnet und näher erläutert.

24. Januar 2011·5 Min.

* Play Misty For Me (1971)

Als Regisseur musste er auf seine Gage verzichten, ansonsten hätte das Studio Clint Eastwood nicht erlaubt, erstmals bei einem Film Regie zu führen. Ein Thriller, bei dem ein Radiomoderator (Eastwood) von einem weiblichen Stalker (Jessica Walter) zuerst belästigt und dann bedroht wird. Der Film zeigt bereits die zurückhaltende Filmsprache, die Eastwood in der Folge zu einem seiner Markenzeichen machen wird.

* High Plains Drifter (1972)

Was wäre geschehen, wenn der Sheriff in Fred Zinnemanns «High Noon» (1952) das Duell nicht gewonnen hätte? Zusammen mit Drehbuchautor Ernest Tidyman («Shaft», «French Connection») versuchte sich Eastwood in diesem Film an einer Variation einer Geschichte, die den Mythos des unbesiegbaren Guten brach. John Wayne hasste diesen Film wegen seiner realistischen Darstellung des Old West. Eastwoods erster Teil seiner langsamen Dekonstruktion des von Hollywood mythisch dargestellten Wilden Westens.

Breezy (1973)

The Eiger Sanction (1975)

 

* The Outlaw Josie Wales (1976) 1976 wurde die Moderne im Western eingeläutet, mit Robert Altmans «Buffalo Bill and the Indians» (mit Paul Newman), Arthur Penns «Missouri Breaks» (mit Jack Nicholson und Marlon Brando) und «The Shootist» von «Dirty Harry»-Regisseur Don Siegel mit John Wayne. Der vierte Western war jener von Eastwood. Er spielt Josie Wales, der – nachdem im Bürgerkrieg seine Familie brutal ermordet wurde – auf Rachefeldzug geht. Doch unterwegs trifft er zwei Indianer, freundet sich mit ihnen an und erkennt die Sinnlosigkeit der Blutrache. Revolutionär in jedem Sinne und John Wayne konnte auch diesem Film absolut nichts abgewinnen.

The Gauntlet (1977)

* Bronco Billy (1980) Nachdem er bereits Thriller, Western und mit «Breezy» eine Romanze verfilmt hatte, wurde mit «Bronco Billy» klar, dass Eastwood vor keinen Genres Halt machen würde. Eine Srewball- Komödie ganz im Sinne von Frank Capra oder Preston Sturges. Wer hätte das gedacht? Eastwood spielt einen Schuhverkäufer aus New Jersey, der sich im modernen Amerika aufmacht, gen Westen zu ziehen und eine Wildwest-Show aufzuziehen, in der er als Messerwerfer auftritt.

 

Firefox (1982)

Honky Tonk Man (1982)

Mit diesem Film gab sich Eastwood erstmals als ein Regisseur zu erkennen, der es auch versteht intime Charakterstudien zu inszenieren. Er spielt darin einen todkranken Countrysänger, der sich auf die Reise nach Nashville macht. Begleitet wird er von seinem 14-jährigen Neffen (gespielt von seinem Sohn Kyle Eastwood). Eastwood, obwohl seit frühen Tagen Pianist und Jazzfan, musste hier zum ersten Mal in einem seiner Filme als Musiker und Sänger auftreten. «Honky Tonk Man» zeigt auch, dass Eastwood sich als Schauspieler von Film zu Film immer mehr zutraute und sich zu einem eindrücklichen Charakterdarsteller mauserte.

Sudden Impact (1983)

* Pale Rider (1985)

Religiös? Vielleicht. Auf jeden Fall übernatürlich. Western sollten realistisch sein, was immer das auch hiess, doch «Pale Rider» ist ein mystischer Western. Gedreht ohne Skript, erzählt er die Geschichte einer von Killern heimgesuchten Gemeinde. Eastwood spielt deren geheimnisvoller Retter, ein Mann, der sich The Preacher nennt und nicht von dieser Welt zu kommen scheint. «Pale Rider» ist noch heute ein ungemein faszinierender Film. Ein Western, der anders ist alle anderen – auch wenn er die Geschichte des Klassikers «Shane» (1953) frei variiert.

Heartbreak Ridge (1986)

 

* Bird (1988)

Mit «Bird» beginnt eine neues Kapitel in der Filmographie von Clint Eastwood. War er bislang der Schauspieler, der immer öfters hinter der Kamera stand, wurde er nun mit diesem cineastischen Meisterwerk definitiv als Regisseur anerkannt. Kollegen und Kritiker waren begeistert und der damals junge und unbekannte Forest Whitaker in der Rolle von Jazzlegende Charlie Parker gewann am Filmfestival Cannes den Darstellerpreis. Die Biographie des legendärsten Saxophonvirtuosen aller Zeiten hat Eastwood genau so inszeniert wie ein auf Improvisationen aufgebautes Jazzstück. Mit Vor- und Rückblenden schafft er ein intimes und packendes Porträt eines Mannes, der sowohl ein musikalisches Genie wie ein gesellschaftlicher Aussenseiter war.

White Hunter Black Heart (1990) The Rookie (1990)

 

* Unforgiven (1992)

Schluss mit Western. «Unforgiven» ist das prächtigste Requiem, das sich ein Filmgenre nur wünschen kann. Mit diesem Meisterwerk begrub einer der grössten Stars des Westerns das ihn berühmt gemachte Genre gleich selbst. Ein Abgesang auf einen Mythos mit wunderschönen Bildern und unendlicher Tiefe. Der Film gewann vier Academy Awards: bester Film, beste Regie, beste männliche Nebenrolle (Gene Hackman), bester Schnitt (Joel Cox).

*A Perfect World (1993)

Kevin Costner als gesuchter Killer, Eastwood als Sheriff: «A Perfect World» zeigt, dass Schwarz und Weiss als Weltansicht nicht funktionieren kann, wenn sich die Wahrheit in den Grautönen verbirgt. Kevin Costners stärkste Rolle.

*The Bridges Of Madison County (1995)

Eine Liebesgeschichte ohne jeglichen Ansatz von Pathos und Kitsch. Eastwood inszeniert sich und Meryl Streep einfühlsam und zerbrechlich in dieser zartbitteren Romanze. Wie «Bird» und «Unforgiven» ein Film für die Ewigkeit.

*Absolute Power (1997)

Eastwood als alternder Juwelendieb, der beobachtet wie der US-Präsident (Gene Hackman) an einem Mord beteiligt ist. Ein spannender Thriller, der zugleich den korrupten Machtapparat Washingtons unter die Lupe nimmt.

Midnight In The Garden Of Good And Evil (1997)

True Crime (1999)

Space Cowboys (1999)

Blood Work (2002)

 

*Mystic River (2003)

Nach dem Tod einer jungen Frau, gerät ein Unschuldiger bei den Hinterbliebenen unter Mordverdacht. Ein grandioses Drama über Selbstjustiz und Machtlosigkeit. Sowohl Sean Penn wie Tim Robbins wurden für ihre Darstellungen mit dem Oscar ausgezeichnet.

*Million Dollar Baby (2004)

Ausgerechnet der alte Republikaner Eastwood zeigt wieder einmal, was er von seinen ideologisch und religiös gefärbten Parteikollegen hält. In «Million Dollar Baby» thematisiert er die aktive Sterbehilfe und wird prompt von diversen Gruppen angefeindet. Der Film gewinnt vier Academy Awards in den Sparten: bester Film, beste Regie, beste weibliche Hauptrolle (Hilary Swank) und beste männliche Nebenrolle (Morgan Freeman).

*Flags Of Our Father (2006)

*Letters From Iwo Jima (2006)

Lesen Sie die Filmkritik zu den beiden Filmen in TheTitle 02/2007 »

*Changeling (2008)

*Gran Torino (2008)

Lesen Sie die Filmkritik zu den beiden Filmen in diesem Dossier »

Weiterlesen

Mehr Dossiers

Dossier · Gesellschaft

Von Ägypten bis Uruguay

32 Nationen kämpfen an der Fussball-WM 2018 in Russland um den Titel. TheTitle präsentiert dazu 32 Kultur-Tipps – je einer pro Land.

1 Min.

1 / 1