Dossier
Dossier: Brian Eno – die besten Alben (III)
Die Produktionen
John Cale: «Fear» (1974)
Das aufwühlendste Cale-Solo-Album überhaupt – grossartig!
David Bowie: «Low», «Heroes», «Lodger» (1977 – 1979)
Eno half Bowie mit der «Berliner Trilogie» aus einem kreativen Block heraus und demonstrierte zugleich das Pop-Potenzial seiner Avantgarde-Ideen. Eine spätere Zusammenarbeit erbrachte das weniger überzeugende Album «Outside».
Devo: «Q: Are We Not Men? A: We Are Devo!» (1978)
Eno war ein Fan von Devo und bezahlte die Aufnahmen selbst. Im Studio klappte es allerdings nicht mit der Harmonie. Die Band gab später zu, dass sie es bereue, nicht mehr auf Enos Experimentierlust eingegangen zu sein.
The Talking Heads: «More Songs About Buildings And Food», «Fear Of Music», «Remain In Light» (1978 – 1980)
Enos tangentielle Vision verhalf den New Yorkern zum Focus, der nötig war, glaubwürdig und hitparadenträchtig die Brücke zwischen New Wave, Art Rock und Funk zu schlagen.
Edikanfo: «The Pace Setters» (1981)
Während eines Aufenthaltes in Ghana begegnete Eno dieser altgestandenen Lokalgruppe und nahm mit ihr ein fulminantes Afro-Beat-Album auf.
U2: «The Unforgettable Fire» (1984)
Die erste Zusammenarbeit von vielen. Enos Fähigkeit, um Ecken zu sehen, verhalf den Iren zum Sprung aus der Sackgasse, in die sie sich mit ihrem einspurigen Passionsrock geritten hatten.
John Cale: «Words for the Dying» (1989)
Eines von Cales gelegentlichen «klassischen» Alben. Unter Verwendung von Gedichten von Dylan Thomas äussert sich Cale zum Falklands-Krieg.
Zvuki Mu: «Zvuki Mu» (1989)
Enos Faszination mit dem im Umbruch stehenden Russland schlug sich in dem Album einer führenden russischen Art-Rock-Band nieder.
James: «Laid» und «Wah Wah» (1993)
Eno brachte die Pop-Muse der sträflich unterbewerteten Indie-Pop-Band aus Manchester endlich auf den euphorischen Punkt. Die Entstehungsgeschichte ist typisch für Enos Arbeitsweise: weil die Zeit und das Budget kaum für die Aufnahmen eines Albums ausreichten, richtete Eno gleich zwei Studios für die Band ein und setzte ihr zum Ziel, in der gleichen Zeit sogar drei Alben aufzunehmen. So resultierte nebst dem Pop-Album «Laid» auch noch «Wah Wah», ein faszinierendes Mosaik von Fragmenten und Ambient-Passagen. James gehört zum exklusiven Kreis von Bands, mit denen Eno immer wieder gearbeitet hat.
Laurie Anderson: «Bright Red» (1994)
Eines von Andersons poppigeren Alben – Eno ist als Ko-Autor von mehreren Liedern gelistet.
Paul Simon: «Surprise» (2006)
Eno wird hier nicht als Produzent aufgelistet, sondern als «provider of sonic landscape». Dazu ist er als Ko-Autor einiger Stücke aufgeführt.
Coldplay: «Viva la Vida or Death and All His Friends» (2008)
Eno verleiht den Softrock-Songs eine soundtrackhafte Klangdichte.
Zusammenstellung: Hanspeter Künzler


