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Stuttgart
Rasterfahndung
tt. Oft sind wir uns der formalen Strenge unserer Umwelt nicht bewusst: In digitalen Zeiten werden Bilder, Texte, Filme und Musik auf die beiden binären Werte Eins und Null heruntergebrochen und die Anzahl Pixel sollen uns Aufschluss über die gebotene Qualität vermitteln. In der visuellen Kunst gehört das Raster seit hundert Jahren zur festen Struktur eines künstlerischen Ausdrucks – am offensichtlichsten ist dies in den Werken des Bauhaus, bei Piet Mondrian und bei Vertretern der konstruktiven Kunst. Doch das Raster ist mehr als bloss ein Mittel zur Abstraktion: es hilft der Vermessung von Raum und Zeit. Letztlich liegt jeglicher Art der Bildproduktion ein Raster als mediales Muster zugrunde – eine Einsicht, die gerade Künstler wie Sigmar Polke oder Roy Lichtentein bewusst umzusetzen wussten. Das Kunstmuseum Stuttgart zeigt nun in einer grossen Schau mit dem Titel «Rasterfahndung» die Geschichte des Rasters in der Kunst nach 1945 auf. Dabei geht die Ausstellung über die künstlerische Behandlung hinaus und zeigt auf, dass Rasterfahndung auch in Konsumforschung und in der Kriminaltechnik bewusst genutzt werden.
«Rasterfahndung – Das Raster in der Kunst nach 1945». Kunstmuseum Stuttgart. Bis 7. Oktober 2012.
Katalog: Rasterfahndung. Das Raster in der Kunst nach 1945. Hrsg. Ulrike Groos, Simone Schimpf. Deutsch / Englisch, 2012. 320 Seiten mit ca. 350 Abbildungen. 20,5 x 27 cm. Wienand Verlag, Köln. € 39,80


