Tipp
Go
Jónsi
ra. Als Jónsi, seines Zeichens Sänger und Frontmann der isländischen Formation Sigur Rós, vor ein paar Monaten mit «Riceboy Sleeps» sein Nebenprojekt vorstellte, staunte man nicht schlecht, dass ausgerechnet ein Sänger sich für eine instrumentale Version des so typisch progressiv-verträumten Soundteppichs seiner Stammband entschieden hatte. Damals sorgte einzig ein Chor für vokale Elemente in einer atmosphärisch dichten Klangwolke. Nun kontert der selbe Mann allerdings mit «Go», seinem ersten Soloalbum. Und präsentiert dabei eine weitere Variante der Sigur-Rós -Architektur: dieselben Träumereien, dasselbe Schwelgen – doch diesmal im Popformat. Kurze Songs, zudem erstmals in Englisch gesungen (ansonsten benutzt Jónsi eine eigene Fantasiesprache), eröffnen den Zauber von Sigur Rós vielleicht auch einem breiteren Publikum. Oder vielleicht sind die Fans der Band, deren Songs sich nahe an der Gasförmigkeit bewegen, auch mal froh, etwas Handfestes in den Ohren zu haben. So oder so: «Go» ist verführerisch wie eh und je und verkürzt die Wartezeit bis zu einem neuen Werk von Sigur Rós. (EMI)


