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Jewgenij Grischkowez
Flüsse
cha. Noch ein russischer Roman, werden viele stöhnen. Noch mehr Literatur über Tschetschenien, noch mehr geschichtsschwangere, unverständliche Erzählungen. Flüsse ist anders. Jewgenij Grischkowez ist das gelungen, was schon lange kein russischer Schriftsteller mehr geschafft hat: Russland den Nichtrussen näher zu bringen. Unterhaltsam plaudert er über Sibirien, die sibirischen Winter, die Weite seiner Heimat, die Schönheit der Natur, den dort lebenden Menschenschlag. Stets bleibt er dabei subjektiv: Putin, bittere Armut, Straflager, Rechtslosigkeit – diesen Fallgruben geht er aus dem Weg. Auch in Sibirien leben Menschen, mit Gefühlen, Freuden und Ängsten, will uns Grischkowez sagen. Auch sie gehen in Museen, schreiben Examen, hören Radio. Die Lektüre ist wohltuend: Das alltägliche Banale gibt es überall, auch in einem autokratisch regierten Land wie Russland.
Jewgenij Grischkowez. Flüsse. Aus dem Russischen von Beate Rausch. Ammann Verlag. 180 Seiten. Gebunden. € 18,95 € / CHF 32,90


